Sivouplait #3 (Bühne frei!)

Sivouplait #3Tagebuch eines Künstlers bei Asfaltart. Schon vor der zweiten Aufführung von Sivouplait um 21.00 Uhr am Freitagabend, bildet sich am Sparkassenplatz eine große Menschentraube. Mittendrin und minimalistisch ganz in Weiß gekleidet, Takeshi und Nozomi, die letzte Vorbereitungen treffen. Dann beginnt die Show: Feinsinnige Poesie – ganz ohne Worte. Mit präzisen Bewegungen erschaffen Sie wie aus dem Nichts eine ganze Welt, sind zugleich Schauspieler und Kulisse. Erzählen mit ihren Körpern, wie sich Verliebtsein anfühlt. Schweben als Touristenpaar beim Fotoshooting über den Boden und kämpfen erfolgreich gegen Windböen an. Und siegen am Ende gemeinsam bei einem anstrengenden Tennismatch. Das Publikum fiebert mit, johlt, klatscht, ist begeistert. Takeshi und Nozomi entwickeln ihre Stücke selbst, sie haben verschiedene Programme, können die Sketches wie Bausteine austauschen. Während sie in Japan auch einige Worte sprechen, bleiben Sie während ihrer Shows in Europa komplett stumm. Im Jahr 2007 sind die Pantomimen erstmals in Europa aufgetreten, in Avignon. Inspirationsquelle für Ihre Stücke gibt es viele, der Alltag, der Sport, die Kunst. Ganz besonders schätzen sie den japanischen Regisseur Ozu Yasujirō, an dessen Stummfilme der späten 20er- und frühen 30er-Jahre sie anknüpfen. Ozu gilt als einer der größten Meister des japanischen Films und beeinflusste mit seinem Stil auch westliche Filmschaffende wie Alain Resnais, Fassbinder oder Jim Jarmusch.